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Das Netzwerk möchte die Basis für eine neue Diskussion über die Baukunst der Frühen Neuzeit schaffen. Als gattungs- und methodenübergreifendes Forum hat es sich zum Ziel gesetzt, einen wechselseitigen Bezug zwischen Medien und Baukunst sowie Architektur- und Kunsttheorie herzustellen. Es versteht sich als Impulsgeber für die Frage, inwieweit die Medien einerseits das Bauwerk und andererseits unser Denken über Architektur strukturieren. Den Ausgangspunkt bildet die Tatsache, dass Architektur nur am und im Objekt selbst erfassbar ist. Damit ist sie nur eingeschränkt kommunizierbar.

 

Umfassend kommunizierbar wird ein Bauwerk erst dann, wenn man es in das Medium des Bildes übersetzt. Dazu existieren seit der Antike zwei komple-mentäre Bildmodelle auf mathematischer Grundlage: die orthogonale und die räumliche Darstellung. Erst sie eröffnen die Möglichkeit, das Bauwerk zu sehen, ohne es direkt vor Augen zu haben.

 

In der Zeit zwischen 1400 und 1800 variierte man die beiden Bildmodelle hauptsächlich innerhalb der Medien von Skizze, Bauplan, Modell, Präsentationsriss, Architekturpublizistik und Stich. Darüber hinaus prägen sie bis heute die Architekturfotografie, die wissenschaftliche und populäre Publizistik sowie den konventionellen und digitalen Entwurf.

 

Die traditionelle Kunstwissenschaft betrachtet die einzelnen Medien bislang in erster Linie als Entwurfsmittel, Form der Dokumentation oder Unterstützung bei der Interpretation der Planungs- und Baugeschichte. Vor diesem Hintergrund erscheinen sie als neutrale Informationsträger ohne gegenseitigen Bezug. Die Bildwissenschaften haben dieser Deutung bisher ebenso wenig widersprochen wie die Medienwissenschaften. Mit dem Versuch, die Bildmedien der Architektur in eine zentrale theoretische Position zu rücken, betritt das Netzwerk wissenschaftliches Neuland.